Für Regen reicht IP54. Fürs Eintauchen brauchen Sie IP67 oder IP68. Und „wasserabweisend“ im Datenblatt ist kein Versprechen.
Reden wir über die Schutzklassen, denn das Etikett „wasserdichtes Walkie-Talkie“ wird locker verwendet. IP-Nummern haben zwei Ziffern: Die erste steht für Staubschutz, die zweite für Wasser. Ein IP54-Gerät ist also staubgeschützt und spritzwassergeschützt – der Standard für ein regenfestes Funkgerät auf einer normalen Baustelle. IP67 bedeutet komplett staubdicht und sicher in Wasser bis zu einem Meter für dreißig Minuten – das brauchen Sie für See- oder Rettungseinsätze, wo ein Funkgerät irgendwann mit Sicherheit ins Wasser fällt.
Der ehrliche Teil: Kein Funkgerät mit IP-Schutzklasse überlebt alles. IP68-Geräte versprechen tieferes Eintauchen, aber die genaue Tiefe und Dauer hängen von den eigenen Tests des Herstellers ab, und sobald ein Funkgerät wirklich untergetaucht wird, deckt die Garantie Wasserschäden meistens trotzdem nicht ab. Behandeln Sie die Schutzklasse als Überlebensspezifikation, nicht als Garantie. Um fair zu sein: Die meisten Menschen brauchen gar keine echte Wasserdichtigkeit – sie müssen nur aufhören, Funkgeräte bei leichtem Regen und Morgentau zu ruinieren.
So ist das: Auf der Baustelle oder auf dem Bauernhof sind IP54 bis IP56 völlig ausreichend und deutlich günstiger. Auf dem Boot oder im Rettungsteam gehen Sie auf IP67 und haben trotzdem Ersatz dabei. Was auch immer Sie wählen – schützen Sie auch das Zubehör: Ein nasser Ohrhörer oder ein nasses Sprechmikrofon zerstört den Ton, selbst wenn das Funkgerät selbst in Ordnung ist. Und wenn das wasserdichte Gerät seinen Akku überlebt hat, sind Ersatz-Funkgeräteakkus viel billiger als ein neues Funkgerät. Auf unserer FAQ-Seite gibt es mehr darüber, wie man Datenblätter liest, ohne sich täuschen zu lassen.